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Stillen und Rauchen – Wie schützt du dein Baby richtig?

Das Stillen von Babys ist wichtig, um ihr Immunsystem zu stärken, die Gehirnentwicklung zu unterstützen und eine starke Mutter-Kind-Bindung aufzubauen. Aber wie solltest du dich verhalten, wenn du Zigaretten rauchst? Auf jeden Fall solltest du nicht vorzeitig abstillen, um deinem Kind eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen. Mit den richtigen Tipps kannst du auch als Raucherin dein Baby stillen, ohne es zu gefährden.

Welche Risiken gibt es beim Rauchen in der Stillzeit

Zunächst einmal solltest du dir vor Augen führen, welche Gefahr für dein Baby durch den Genuss von Tabak besteht. Nikotin ist ein Nervengift!

Bei einem Baby beeinträchtigt dieses Nervengift die Entwicklung und macht es anfälliger für Krankheiten.

Während dein erwachsener Körper über Abbau-Mechanismen verfügt, um Nikotin und andere Schadstoffe der Zigarette nach und nach zu beseitigen, verfügt dein Baby noch nicht über so einen Schutz. Entsprechend lange halten sich die unerwünschten Substanzen in seinem Körper.

Ein anderes Problem ist, dass die Nikotin-Konzentration in der Muttermilch bis zu dreimal höher ist als in deinem Blut. Dein Baby würde also eine sehr hohe Menge des Giftes durch die Muttermilch aufnehmen.

Das führt zu Unruhe, Schlafstörungen, vermindertem Saugreflex und vermehrten Koliken und häufigem Erbrechen. Die Langzeitfolgen für dein Kind sind nicht abzusehen.

Rauchen in der Stillzeit ist zwar nicht gut, aber oft gesünder als wenn auf das Stillen verzichtet würde.

Zusammenfassend gilt:

  • Rauchen ist giftig für dein Baby
  • Die Konzentration an Nikotin ist in der Muttermilch sehr hoch
  • Das Baby wird unruhig, schläft schlecht, trinkt schlecht
  • Häufige Koliken und häufiges Erbrechen sind eine Folge

Was musst du beachten ?

In der Stillzeit solltest du zum Wohle deines Kindes nicht rauchen. Wenn du dir die Zigaretten aber nicht abgewöhnen kannst oder möchtest, gibt es ein paar Sachen, die du beachten solltest, damit du dein Baby stillen kannst, ohne dir Sorgen wegen des Gifte der Zigaretten zu machen.

Achte auf die Zeit:

Wie alles im Leben ist der Faktor Zeit sehr endscheindend.

Viele rauchende Mütter machen den Fehler, dass sie erst eine Zigarette rauchen und dann das Baby stillen, weil sie meinen, dass die Stoffe aus der Zigarette dann noch nicht in der Muttermilch angekommen sind.

Tatsächlich geht der Transport der Giftstoffe aber sehr schnell, sodass die Muttermilch direkt nach dem Rauchen eine sehr hohe Nikotin-Konzentration aufweist.

Besser ist es dagegen, wenn du dein Baby erst stillst, bevor du dir eine Zigarette gönnst. Auf diese Weise gehst du sicher, dass nur wenig Nikotin in der Muttermilch vorhanden ist.

Zwischen dem Rauchen und dem Stillen solltest du mindestens 1,5 Stunden – besser noch 2 Stunden – vergehen lassen, damit die Giftstoffe vom Körper abgebaut werden können und keine hohen Konzentrationen in der Muttermilch zurück bleiben.

Halte das Baby vom Rauch fern:

Wenn du rauchen möchtest, dann solltest du dich an einen Ort zurückziehen, an dem dein Baby nichts von dem Rauch abbekommt. Denn andernfalls können durch den Rauch deiner Zigarette Giftstoffe auf die Haut und besonders auf das Gesicht deines Babys kommen. Wenn es dann trinkt, gelangen die Giftstoffe in den Mund und wieder in den Körper.

Zum Rauchen solltest du am besten an der frischen Luft sein, also zum Beispiel auf dem Balkon oder im Garten. Vermeide es, in der Wohnung oder im Auto direkt vor deinem Kind zu rauchen und mach es auch nicht in Räumen, in denen du dich mit deinem Baby häufig aufhältst.

Reinigung vor dem Stillen:

Nach dem Rauchen halten sich die Stoffe aus der Zigarette hartnäckig auf deiner Haut und in der Kleidung. Wenn du dein Baby dann stillst, kann es zu einer ungewollten Übertragung kommen, die einen ähnlichen Effekt wie das Rauchen in der unmittelbaren Nähe hat. Darum ist es notwendig, die Giftstoffe vorher zu entfernen, bevor du dein Baby stillst.

Wasche dir vor dem Stillen unbedingt das Gesicht und die Hände, weil diese Stellen deines Körpers die höchste Konzentration von Nikotin und anderen Substanzen aus der Zigarette abbekommen.

Eine einfache Seifenlauge ist hier am besten, weil sie in der Regel für dein Baby ungefährlich ist.

Lotionen oder ähnliche Reinigungsmittel können dagegen Stoffe enthalten, die ein Kleinkind nicht abbekommen sollte.

Wasche dir vorher den Tabak von den Händen, wenn du mit deinem Baby etwas machen möchtest.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, solltest du auch darüber nachdenken, deine Kleidung vor und nach dem Rauchen zu wechseln. Das mag zwar aufwendig sein, aber auf diese Weise verminderst du das Risiko deutlich, dass dein Baby mit den Rückständen von Zigarettenrauch beim Stillen in Berührung kommt. Außerdem hast du dann nur einen Satz an Kleidung, die nach Zigaretten riecht, was auch für dich angenehmer sein dürfte.

Achte auf den Schlaf deines Babys:

Wenn dein Baby nach dem Stillen schlafen soll, dann achte darauf, dass du es auf den Rücken legst. Wenn es auf dem Bauch liegt, dann besteht die Möglichkeit, dass es sich während des Schlafens verschluckt und keine Luft mehr bekommt, was im schlimmsten Fall den plötzlichen Kindstod bedeuten kann. Legst du es dagegen auf den Rücken, verringerst du das Risiko deutlich.

Dein Baby sollte außerdem in einem eigenen Bett schlafen statt in dem Bett, dass du und dein Partner nutzt. Denn wenn du und/oder dein Partner Raucher seid, dann werden sich auch in eurer Bettwäsche Rückstände vom Zigarettenrauch finden.

Solange einer von euch beiden raucht und sich danach nicht entsprechend wäscht, findet eine Übertragung vom Körper auf die Textilien der Bettwäsche statt.

Es finden sich also Zigarettenrückstände auf der Bettwäsche, die dein Baby im Schlaf einatmen kann und die das Risiko gesundheitlicher Probleme deutlich erhöhen.

E-Zigaretten als Alternative?

E-Zigaretten werden als eine gesündere Alternative zum Rauchen angepriesen. Das ist insofern richtig, dass es bei der Nutzung der elektrischen Zigaretten nicht zur Verbrennung von Tabak kommt, entstehen auch keine Giftstoffe.

Stattdessen entsteht der Rauch durch die Verdampfung sogenannter Liquids, die es in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen gibt. Sie enthalten hauptsächlich Aromastoffe, die für den entsprechenden Geschmack des Rauchs sorgen sollen.

Ein weiterer Bestandteil der Liquids ist Propylenglycol (kurz PG). Dieser Stoff dient als Trägerflüssigkeit der Liquids und lässt sich farblos und geruchlos verdampfen. Für die meisten Menschen ist PG ungefährlich.

E-Zigaretten können wenn Sie ohne Nikotin haltigen Stoffen verwendet werden eine echte Alternative darstellen. Gesund sind Sie jedoch dennoch nicht.

Allerdings kann er bei empfindlichen Personen wie beispielsweise Allergikern zu Reizungen, Hautirritationen und Atembeschwerden führen. Darauf solltest du bei deinem Baby aufpassen, um es nicht unnötig zu gefährden.

Bei der Auswahl der Liquids solltest du aber auch darauf achten, dass sie kein Nikotin enthalten, weil sonst die gleichen gesundheitlichen Folgen für dein Baby bestehen wie beim Rauchen normaler Zigaretten – wenn auch zu einem geringeren Prozentanteil.

Generelles zum Rauchen und Stillen

Die oben vorgestellten Tipps helfen dir dabei, dein Baby so weit wie möglich vor dem Rauchen zu beschützen. Allerdings wird durch diese Vorgehensweise die Zigarettenrauchbelastung nur stark verringert, aber nicht völlig beseitigt.

Wenn du das erreichen willst, dann gibt es nur einen Weg: eine vollständige Rauchentwöhnung. Hierfür gibt es verschiedene Programme, die du und dein Partner nutzen können, um mit dem Rauchen aufzuhören. Manche Programme werden auch von der Krankenkasse angeboten und teilweise mitfinanziert. Frag einfach mal nach.

Wenn du dagegen gar nicht auf den Genuss der Zigaretten verzichten kannst, dann versuche deinen Konsum so weit wie möglich einzuschränken. Jede Zigarette, die du weniger rauchst, hilft deiner Gesundheit und der Gesundheit deiner Familie deutlich!


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