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In 3 Schritten mit dem Rauchen aufhören

Wer mit dem Rauchen aufhören will, benötigt den festen Entschluss, die richtigen Strategien und nötigenfalls Hilfsmittel. Der Entzug kann mit dieser Kombination gelingen.

Mit dem Rauchen aufhören: Drei wesentliche Schritte

Es gibt drei wesentliche Schritte auf dem Weg zum Nichtraucher: 1. die Motivation, 2. die Überwindung von Entzugserscheinungen und 3. Nichtraucher bleiben. Diese Schritte wollen wir uns näher anschauen.

Schritt 1: Motivation zum Aufhören mit dem Rauchen

Die Gründe für die ersten Versuche werden oft schnell gefunden. Entweder die Kinder oder der Lebenspartner nörgeln an einem herum und es wird auf die Schnelle der Entschluss gefasst nun endgültig mit dem Rauchen aufzuhören. Leider klappt dies oft nicht und das Resultat ist, dass nur noch mehr geraucht wird.

Um erfolgreich mit dem Rauche aufzuhören ist es also entscheidend die richtige Motivation zu finden. Dabei sollte diese immer von einem selber stammen. Dabei ist es ziemlich egal womit Du dich motivierst, solange das Ziel wirklich etwas für dich bedeutet.

Wenn Du die Motivation nur in den negativen Dingen suchst, wie den Krebserkrankungen oder ähnliches, wirst Du auf jeden Fall scheitern. Es liegt in der menschlichen Natur sich nur von positiven Dingen motivieren zulassen.

Die Motivation zum aufhören sollte immer von einem selbst stammen, niemals von jemanden anderen.

Denn was motiviert einen in den schweren Stunden des Raucherentzuges mehr? Schwere Krankheiten die Du noch nicht hast oder endlich die Freiheit zu erfahren, nicht alle 10 Minuten nach draußen stürmen zu müssen.

Um Dir einige Anstöße zu geben, haben wir Dir bei dem Textabschnitt „Nichtraucher Vorteile“ noch einige wesentliche Vorteile aufgelistet.

Nichtraucher Vorteile

Welche Vorteile hat es, nicht mehr zu rauchen? Die Liste ist endlos. Es genügt schon, die unten aufgelisteten Krankheiten zu entgehen, um die Sinnhaftigkeit des Rauchstopps zu begründen. Darüber hinaus fühlen sich Nichtraucher attraktiver und sportlicher. Sie wissen, dass sie besser riechen, sind potenter und können ihren Tag endlich wieder frei strukturieren.

Nichtraucher “müssen” eben nicht bei jedem Wetter ins Freie, weil sie in vielen Räumen nicht rauchen dürfen. Zudem haben Nichtraucher eine schönere Haut und weißere Zähne, positivere Gedanken und mehr Selbstbewusstsein.

Besonders in jungen Unternehmen wirst du einen echten Pluspunkt als Rauchfreier besitzten.

Das aufpolierte Selbstbewusstsein ist wie ein Bonus für alle ehemaligen Raucher. Denn wer die Sucht überwunden hat, hat für sich einen starken Sieg errungen. Viele Betreffenden glauben durch diesen starken Erfolg im Leben fortan ganze Berge versetzen zu können. Das klappt zwar nicht immer, doch der Glaube daran ist durchaus hilfreich. Zudem war der Rauchstopp für manche schon das Sprungbrett in eine bessere Karriere.

Weitere gute Vorteile:

  • Geld sparen
  • Sicherer im Auto unterwegs sein
  • In einer Wohnung mit guter Luft leben
  • Überall gern gesehen werden
  • In Lokalen eine freie Platzwahl haben
  • Längeres und gesünderes Leben
  • Vorbild für die Kinder

Erkrankungen welche durch das Rauchen entstehen

Einer der schlimmsten Erkrankungen durch das Rauchen sind die verschiedenen Krebs Bildungen entlang der „Raucherstraße“. Die Raucherstraße ist nämlich der Weg des Rauches durch den Körper. Also im Rachen, Kehlkopf, in der Speiseröhre, Lunge, im Magen und schließlich in den Nieren, der Blase und der Bauchspeicheldrüse.

Es gibt zudem noch viele weitere Erkrankungen welche durch das Rauchen vergünstigt werden. Wenn du diese lesen möchte klicke auf „weiterlesen“.

Oft zeigen sich erst Beschwerden, wenn es bereits zu spät ist.

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  • Asthma und chronische Bronchitis
  • COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung = “Raucherhusten“), Lungenemphysem
  • koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit (“Raucherbein”)
  • Schlaganfall
  • erektile Dysfunktion
  • Multiple Sklerose
  • Aneurysmata
  • Magen-Darm-Geschwüre
  • Leberzirrhose
  • Gebärmutterhalskrebs
  • Parodontitis und weitere Zahnfleischerkrankungen
  • verzögerte Wundheilung
  • vorzeitige Hautalterung
  • Makuladegeneration (führt zur Erblindung)

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Studien und Belege über die Folgen des Rauchens

Über 85 % aller Lungenkrebspatienten sind Raucher, des Weiteren 98 % aller Herzinfarktpatienten unter 40 Jahren. Rauchen steigert das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, auf das Zehnfache. Bereits vorliegende chronische Erkrankungen werden ungünstig beeinflusst. Das betrifft beispielsweise rauchende MS-Patienten, deren Behinderung durch den Tabakkonsum deutlich voranschreitet.

Mittlerweile gibt es keine einzige seriöse Studie mehr, welche das Rauchen verharmlost.

Auch Demenz und Alzheimer werden durch Rauchen begünstigt. Man fragt sich daher, wieso eine so gefährliche Sucht nicht unterbunden wird, beispielsweise durch das Verbot von Tabakprodukten, doch Rauchen hat eine uralte Tradition.

Es wurde wahrscheinlich schon vor rund 2.500 bis 3.000 Jahren von südamerikanischen Priestern (der Maya und Inka) rituell praktiziert, Christoph Kolumbus dokumentierte das Tabakrauchen von Einheimischen erstmals am 6. November 1492 auf Kuba.

Schon ab 1497 waren offenbar Tabakpflanzen nach Europa gelangt, wurden hier angebaut und führten zur Verbreitung des europäischen und weltweiten Tabakrauchens. Es folgten Verbote und Zustimmung, die Gefahren wurden durchaus erkannt, aber nicht gebannt.

Schritt 2: Entzugserscheinungen überwinden

Als wenn es nicht schon schwer genug wäre, seine Gewohnheiten zu ändern, kommen beim Zigarettenentzug sogar noch Entzugserscheinungen zum Tragen. Um diese zu Überstehen und nicht wieder Rückfällig zu werden, musst Du dich gut auf Sie Vorbereiten. Denn nicht ohne Grund scheitern viele Vergeblich beim Rauchentzug.

Einer der entschiedensten Faktoren um die Entzugserscheinungen erfolgreich zu ertragen, ist es die ersten Tage des Entzuges auf arbeitsfreie Tage zu setzten.  So eignet sich zum Beispiel perfekt ein verlängertes Wachende oder ein Urlaub um einen erfolgreichen Entzug zu schaffen. Solch eine Wahl besitzt nämlich gleich zwei Vorteile:

  • Einerseits wirst du aus deiner gewohnten Umgebung gerissen und so eben auch aus deinen „Raucher Gewohnheiten“.
  • Zusätzlich kannst du dich prima vom Verlangen und den Nebenwirkungen mit spannenden Aktivitäten ablenken.

Der Zeitpunkt zum Aufhören sollte gut gewählt werden. Denn dieser entscheidet über Sieg oder Niederlage gegen die Zigarettensucht.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist es die Entzugserscheinungen genau zu kennen. Denn wer kennt die berühmten Zitate nicht, welche alle samt beinhalten, dass du deinen Feind kennen musst um Ihn zu schlagen. Deshalb haben wir dir hier nochmal kurz und bündig zusammengefasst, wie sich die Entzugserscheinungen bemerkbar machen und warum sie auftreten.

Ein Nikotinentzug ist nicht leicht

Ein Nikotinentzug ist mit Beschwerden verbunden. Da der Körper sich an den Suchtstoff gewöhnt hat und sich nun nachhaltig melden wird, dass ihm etwas fehlt. Symptome sind eine starke innere Unruhe, Schlafstörungen und ernsthafte Veränderungen des Körperhaushalts.

Auch ein Druck im Brustbereich tritt manchmal auf, der durch leichtes, schnelles Klopfen wieder verschwindet. Er hängt mit den betroffenen Nervenbahnen aus dem limbischen System zusammen, die unter dem Entzug “leiden”.

Die erhöhte Reizbarkeit ist nicht nur für den werdenden Nichtraucher, sondern auch für sein Umfeld sehr unangenehm. Selbst Depressionen können auftreten. Nicht zuletzt nehmen viele ehemalige Raucher an Gewicht zu. Das liegt an “Ersatzdrogen“ wie Süßigkeiten und außerdem an einem veränderten Körperstoffwechsel. Die Entwöhnung vom Nikotin dauert unterschiedlich lange.

Der rein körperliche Entzug ist nach etwa zwei Wochen absolviert, der psychische Entzug kann Jahre dauern. Dabei hilft das Erfinden neuer Entspannungsrituale, denn gerade mit Entspannung war das Rauchen sehr eng assoziiert. Gegen den körperlichen Entzug hilft eine Nikotinersatztherapie mit Nikotinpflastern, Nikotinkaugummi und Nikotinlutschtabletten.

Schritt 3: erfolgreich Nichtraucher bleiben

Wer glücklicher Nichtraucher geworden ist, möchte es auch bleiben. Die Rückfallgefahr ist hoch trotz aller Vorzüge des Nichtraucherlebens. Bei der endgültigen Entwöhnung helfen Programme der Krankenkassen, Seminare zur Raucherentwöhnung und alternative Methoden wie Hypnose, die Mesotherapie oder die Nichtraucherspritze.

Das gelegentliche Verlangen nach einer Zigarette ist im Grunde völlig normal. Die meist längere Zeit der Tabakabhängigkeit lässt sich nicht von heute auf morgen einfach abschalten. Daran wird jeder frischgebackene Nichtraucher früher oder später erinnert. Da das Rauchen viel Raum im Alltag eingenommen hat, fehlt nun tatsächlich etwas.

Das kann die Geselligkeit unter anderen Rauchern sein, das Entspannungsritual des Rauchens und die vermeintlich anregende Wirkung der Zigarette zum Kaffee und zum Bier. Nun gilt es, Alternativen für die Entspannung und Anregung zu finden.

Auch wenn es schwer fällt, es dürfen keine Ausnahmen gemacht werden.

Diese helfen über die späteren Phasen nach dem ersten Entzug hinweg und werden zu neuen Gewohnheiten. Hierfür gibt es viele Möglichkeiten, die jeder für sich selbst finden muss. In Gesellschaft von anderen gewesenen Rauchern kann das noch einfacher gelingen.

Tipps gegen die Gewichtszunahme

Viele ehemalige Raucher kämpfen nach dem Raucherentzug mit einer Gewichtszunahme. Deshalb stellen wir Ihnen hier die Tipps gegen die Gewichtszunahme durch den Raucherentzug vor. Dieser Effekt ist allgemein bekannt und hält gerade Frauen oft davon ab, das Rauchen aufzugeben. Die Gefahr eines deutlich höheren Gewichts wird allerdings überschätzt. Davon sind höchstens zehn Prozent der ehemaligen Raucher betroffen.

Während des Entzuges ist es besser sich nicht zu wiegen. Die angefallenen Pfunde können immer noch im nachhinein angegnangen werden.

Auf lange Sicht erreicht jeder von ihnen wieder sein Normalgewicht. Es gibt für die Gewichtszunahme die beiden Ursachen, dass Nikotin den Körperstoffwechsel ändert und daher Raucher tatsächlich bei gleicher Kalorienzahl etwas schlanker sein können und dass neue Nichtraucher die Sucht mit Essen kompensieren.

Diese Kompensation findet vielfach mit Süßigkeiten statt. Die Gewichtszunahme dadurch ist meistens proportional zur vorherigen Zahl der täglich gerauchten Zigaretten. Starke ehemalige Raucher nehmen also auch stark zu, wenn sie mit dem Rauchen aufhören.

Der Effekt lässt sich nur durch eine Nahrungskontrolle vermeiden. Als Faustregel können sich Personen nach dem Raucherentzug merken, dass sie täglich rund 150 Kalorien weniger zu sich nehmen sollten. Wer aber großen Appetit oder Hunger verspürt, sollte lieber Gemüse statt Süßigkeiten naschen. Weitere Tricks sind:

  • Das Beißen auf etwas Scharfes löst einen so intensiven Reiz aus, dass sich übersteigerter Appetit wieder legt.
  • Sport verhindert ebenfalls die Gewichtszunahme und setzt überdies die Energie positiv um, die sich sonst auf die Sucht richtet.
  • Ein zuckerfreier Kaugummi rettet oft vor den Verführungen durch Eis oder Pommes.

Auch Nikotinersatzpräparate können unter Umständen einer Gewichtszunahme vorbeugen. Sie verringern die Steigerung des Appetits durch den Entzug von Nikotin, denn schließlich erhält ja der Körper nach wie vor Nikotin. Allerdings nimmt niemand diese Ersatzpräparate ewig. Nach ihrem Absetzen könnte es doch zu einer Gewichtszunahme kommen.

Dennoch können die Betroffenen die beiden Probleme des Raucherentzugs und der Gewichtszunahmen nacheinander angehen. Wer nach dem Rauchstopp abnehmen möchte, sollte das Vorhaben gelassen angehen. Es funktioniert mit einer Ernährungsumstellung und etwas Sport, doch manche Menschen schaffen es auch ohne oder ohne übertriebenen Sport. Dazu gehört allerdings Disziplin. Folgende Bestandteile muss die Ernährung aufweisen:

Mit der richtigen Ernährung purzeln die Pfunde von ganz allein.

  • Obst und Gemüse, dabei bevorzugt Gemüse
  • etwas mehr Eiweiß (pro Kilogramm Körpergewicht rund 1,5 g)
  • drei Liter Flüssigkeit pro Tag
  • Fatburner wie Capsaicin (enthalten in Chili und Pfeffer)

Die alltägliche Bewegung etwa durch den Hausputz, durch Treppensteigen und Radfahren unterstützt die Gewichtskontrolle. Als effektiv erweist sich unter anderem Gartenarbeit, schon eine halbe Stunde kann 150 Kalorien verbrennen. Stress sollte vermieden werden, er löst Heißhungerattacken aus. Gegen zu viel Stress helfen Entspannungsübungen und Spaziergänge.

Hilfsmittel beim Raucherentzug

Den Entschluss mit dem Rauchen aufzuhören ist schnell gefasst und auch die richtige Motivation ist oft schnell gefunden. Nur leider können vielen Raucher den Entzugserscheinungen nicht widerstehen. Genau für diesen Zweck wurden viele Hilfsmittel entwickelt, welche speziell die Nebenwirkungen mindern sollen.

Diese Hilfsmittel müssen zudem nicht das ganze Leben angewendet werden, sondern nur in einem 1-2 wöchigen Zeitraum. Dies ist nämlich genau der Zeitraum wo die Entzugserscheinungen am stärksten auftreten. Nach diesem Zeitraum sind die meisten bereits über den Berg.

Hypnose gegen Rauchen

Die Hypnose kann helfen, mit dem Rauchen aufzuhören. Verschiedene Raucher hatten damit Erfolg, andere nicht. Manchmal besteht der Erfolg der Hypnotherapie darin, dass die Betroffenen anschließend deutlich weniger rauchen, was immerhin auch etwas wert ist. Erfahrene Therapeuten empfehlen mehrere Sitzungen, doch manche Patienten haben tatsächlich nach nur einer Sitzung kein Verlangen nach Zigaretten mehr.

Die Hypnose kann nur dann wirken, wenn der Patient fest dazu entschlossen ist das Rauchen aufzugeben.

Die Rückfälle, wenn es sie gibt, haben nicht unbedingt etwas mit der Hypnose selbst zu tun, sondern damit, dass der neue Status “ich bin Nichtraucher” nicht ausreichend etabliert wurde. Das gehört aber als dritte Phase zum Raucherentzug dazu. Mit der Hypnose wirkt ein ausgebildeter Hypnotherapeut direkt auf das Unterbewusstsein des Patienten ein.

In diesem hat das Nikotin einen Dauerkonflikt etabliert: Dem Raucher ist stets bewusst, dass er seine Gesundheit (und die der Passivraucher) gefährdet. Doch das Nikotin dient auch dem Abbau von Stress und steht blitzschnell mit den ersten Zügen an einer Zigarette zur Verfügung.

Dieser Versuchung ist schwer zu entkommen. Die Hypnose kann aber den Willen und die Motivation sehr stärken. Die Therapeuten führen mit ihren Patienten ein Vorgespräch durch. Dabei geht es um deren Rauchverhalten und um ihre Motivation, das Laster aufzugeben. Die eigentliche Hypnose dauert rund eine Stunde, empfohlen werden etwa drei bis vier Sitzungen.

Der Patient hört in Trance die Worte des Therapeuten, der auf Motive pro Rauchentzug verweist. Er knüpft unter anderem an Erinnerung eines Lebens ohne Zigarette an, über die schließlich jeder Raucher verfügt, die aber tief im Unterbewusstsein vergraben sind. Ob ein Mensch prinzipiell an Hypnose glaubt oder nicht, ist für ihre Wirkung irrelevant.

Die klinische Hypnose hat zudem mit der Showhypnose praktisch nichts zu tun. Das Verfahren wurde schon vielfach erforscht, es gibt nachweisliche Erfolge. Allerdings genügen diese den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland noch nicht, um allein eine Hypnotherapie zum Zweck des Rauchentzugs zu finanzieren. Unterstützt werden jedoch Kombitherapien, die auch Nichtraucherseminare enthalten und ohnehin zu empfehlen sind.

Akupunktur gegen Rauchen

Auch die Akupunktur kann eine Methode zur Raucherentwöhnung sein, ist aber bislang – jedenfalls aus Sicht der Krankenkassen – wissenschaftlich zu wenig erforscht. Bei dieser Therapie, die aus der Traditionellen Chinesischen Medizin kommt, stimulieren Akupunkturnadeln oder auch Laser bestimmte Nervenpunkte am Ohr, wo sich “Anti-Sucht-Punkte“ befinden sollen.

Einige Heilpraktiker verwenden Dauernadeln, welche der Patient über längere Zeit am Ohr behält.

Es werden sechs Sitzungen á 30 Minuten empfohlen, die jeweils rund 30 bis 60 Euro kosten und damit insgesamt etwas teurer als eine einmalige Hypnosesitzung sind, die genügen kann, aber nicht muss.

Im Ohr sollen sich nach Experten die Anti-Sucht-Punkte befinden

Die wenigsten Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Akupunktur zum Zweck des Raucherstopps, allerdings stehen private Kassen der TCM generell etwas aufgeschlossener gegenüber. Es wird empfohlen, sich bei der eigenen Kasse auf jeden Fall nach einer Kostenübernahme zu erkundigen. Wichtig zu wissen:

Die Akupunktur enthält nicht die psychologische Komponente, die zum Beispiel bei einer Hypnose plus Nichtraucherseminar das Verhalten entscheidend beeinflusst. Sie wirkt nur auf “Suchtmeridiane”. Es gibt aber auch zur Akupunktur begleitende Raucherentwöhnungsseminare.

Tabletten gegen Rauchen

Einige Medikamente unterstützen die Raucherentwöhnung, haben aber in der Regel Nebenwirkungen wie Schlafstörungen und Übelkeit. Es gibt in Deutschland zwei zugelassene Medikamente zur Raucherentwöhnung: Bupropion (im Handel als Zyban) und Vareniclin (Handelsname Champix). Beide Medikamente sind rezeptpflichtig, dennoch übernehmen die Krankenkassen nicht die Kosten. Es gibt zu beiden Medikamenten viele Studien.

Es gibt zwar keine wunder Medikamente welche dich sofort zum Nichtraucher machen, jedoch gibt es Tabletten welche die Entzugserscheinungen minimieren.

Im Detail: Bupropion wurde gegen Depressionen entwickelt, dann stellte sich heraus, dass es auch Entzugserscheinungen lindert. Patienten nehmen ein bis zwei Tabletten pro Tag, die erste davon bis zu zwei Wochen vor dem ersten Tag des Rauchstopps. Die gesamte Behandlung dauert sieben Wochen. In Studien der US-amerikanischen AHRQ (Agency for Healthcare-Research and Quality) und der Cochrane Collaboration wurden sechs Prozent der Anwender rauchfrei. Mögliche Nebenwirkungen sind Mundtrockenheit, Schlafstörungen und Übelkeit.

Vareniclin (Champix) dämpft die Nikotin-Entzugserscheinungen und macht Rauchen zu einem Missvergnügen. Die Behandlung beginnt wiederum vor dem Rauchstopp, dann folgt eine schrittweise Erhöhung der Dosis. Insgesamt nehmen Anwender Vareniclin über zwölf Wochen ein. Das Mittel kann schläfrig machen, dadurch beeinträchtigt es die Verkehrstüchtigkeit. In Studien wurden 12 % der Anwender rauchfrei, was das beste Ergebnis unter allen rein pharmakologischen Mitteln sein soll. Eine Nebenwirkung neben der Müdigkeit ist eine leichte Übelkeit bei 20 % der Anwender, Schlaflosigkeit kam verhältnismäßig selten vor (5 %).

Rauchfrei-Spritze

Ärzte und Heilpraktiker bieten die Rauchfrei-Spritze an. Sie soll Entzugserscheinungen komplett unterdrücken. Heilpraktiker bieten die nicoplant Rauchfrei-Spritze auf der Basis einer homöopathischen Wirkstoffkombination an, die effektiv und praktisch frei von Nebenwirkungen sein soll. Auf den entsprechenden Webseiten werden “Hunderte zufriedene Kunden” erwähnt. Allerdings rät man “aufgrund fehlender Erfahrungswerte” von der Anwendung während einer Schwangerschaft ab. Schmerzhaft soll die Spritze nicht sein, die Injektionen erfolgen nur in obere Gewebsschichten.

Die Heilpraktiker empfehlen, nach der Behandlung viel Wasser zu trinken. Das soll angestaute Gifte ausschwemmen. Auch solle man zunächst vorsichtig mit Alkohol umgehen, das vermeide einen unkontrollierten Rückfall.

Versprochen wird die Rauchfreiheit nach einer einzigen Behandlung, jedoch können die Kunden auch Nachbehandlungen buchen. Es gibt Heilpraktiker, die nicoplant als Gruppentherapie anbieten. Sie beraten mehrere Kunden (Patienten) gemeinsam, was im Prinzip ein kleines Nichtraucherseminar darstellt und insofern durchaus etwas nutzen kann.

Spritzen sind die effektivste Methode gegen die lästigen Nebenwirkungen. Acht jedoch darauf Sie dir nur von seriösen Ärzte geben zu lassen. Es gibt leider einige schwarze Schafe in diesem Bereich.

Die eigentliche Verabreichung der Spritze erfolgt freilich individuell. Selbst unkontrollierte Essattacken und damit die gefürchtete Gewichtszunahme soll es nicht geben. Auch der Wirkstoff FUMEXAN® wird von Heilpraktikern erwähnt und als sofort wirksame Rauchfrei-Spritze angepriesen. Gespritzt wird in neurale Punkte am Kopf und an den Ohren, wobei die Meldung der Rezeptoren, die normalerweise das Absinken des Nikotinspiegels signalisieren und damit das Verlangen nach einer Zigarette auslösen, unterdrückt.

Ärzte bieten ihrerseits andere Rauchfrei-Spritzen an, die rezeptpflichtig sein sollen, über deren Inhaltsstoffe aber nichts publiziert wird. Das erscheint zugegebenermaßen ominös. Es ist jedoch denkbar, dass eines der Mittel in den Tabletten – Bupropion oder Vareniclin – auch gespritzt werden kann.

Zusatzinformationen

Die Geschichte wie sich das Rauchen in die Gesellschaft integrieren konnte

Rauchen ist extrem gesundheitsschädlich, verringert eindeutig den sozialen Status, beschädigt Menschen in der Umgebung durch passives Mitrauchen (darunter oft die eigenen Kinder), zwingt zu einer gewissen Strukturierung, schränkt damit Freiheitsgrade ein und ist teuer. Nikotin ist jedoch ein starker Suchtstoff, zudem hat Rauchen eine uralte Tradition und wurde auch in westlichen Ländern lange Zeit verharmlost bis verherrlicht.

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In älteren Filmen bis etwa in die 1990er Jahre rauchen die Protagonisten fleißig und wirken dabei abwechselnd entspannt und heldenhaft. Die Tabakwerbung konnte lange Zeit sehr schwere Geschütze auffahren (der “Marlboro-Mann”), die Ekelbilder auf den Verpackungen von Tabakwaren gibt es erst seit Mai 2016. Dabei waren die gesundheitlichen Folgen des Rauchens schon lange bekannt.

Als der Tabak ab dem frühen 16. Jahrhundert aus Südamerika nach Europa gelangte, bekämpften ihn einige europäische Herrscher wie der russische Zar Michail Romanow, der im 17. Jahrhundert Raucher sogar hinrichten ließ oder sie in die Verbannung schickte. Andere Länder führten alsbald hohe Tabaksteuern ein, um an der Sucht ihrer Untertanen zu verdienen.

Zweifellos ahnten die Menschen schon damals, dass Rauchen a) süchtig macht und b) nicht gesund sein kann. Genauere Forschungen dazu gab es ab dem 20. Jahrhundert, die Tabakindustrie versuchte immer wieder, die Ergebnisse zu unterdrücken. Sie ließen sich aber nicht ignorieren.

Im frühen 21. Jahrhundert sterben nach WHO-Angabe jährlich rund sechs Millionen Menschen am Rauchen, 10 % von ihnen durch Passivrauchen. Den ökonomischen Schaden schätzt man derzeit auf rund 950 Milliarden Dollar jährlich.

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Wer raucht am stärksten?

Rauchen hat eine starke soziale Komponente. Umfassende Studien belegen, dass ein höherer Bildungsstand eher für Nichtraucher, eine vergleichsweise niedrige soziale Schicht und Bildung hingegen eher für Raucher steht. Auch das Einkommen beeinflusst das Rauchen. Menschen mit höherem Einkommen rauchen tendenziell weniger.

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In der Mittel- und Oberschicht hat die Zahl der Raucher im letzten halben Jahrhundert deutlich abgenommen, in der untersten sozialen Schicht ist er seit den 1970er Jahren mit rund 34 % relativ konstant geblieben. Das DKF (Deutsches Krebsforschungszentrum) veröffentlichte 2004 eine Studie, die auf einen Raucheranteil unter Männern mit einem Monatseinkommen unter 730 € von 43 % kam, während er bei Männern mit über 3.350 € monatlich nur bei 23 % lag.

Auch die Art der Tätigkeit spielt eine Rolle. Am meisten rauchen Männer in einfachen, körperlich anstrengenden Berufen, am wenigsten Frauen mit Hochschulabschluss und gleichzeitig höherer Position und gutem Einkommen. Die Bildung ist allerdings nicht der einzige Grund, das Rauchen nicht anzufangen oder wieder aufzugeben: Unter allen Frauen rauchen Landwirtinnen mit 9 % am seltensten, gefolgt von den Ärztinnen (die es eigentlich ganz genau wissen) mit 11 %.

Natürlich gibt es Erklärungsversuche für die hohe Raucherquote in sozial eher niedrigen Schichten. Diese Menschen arbeiten hart, sind viel weniger “ungebildet”, als es die übrige Gesellschaft glaubt (Bau- und Landwirtschaftsmaschinen oder Kraftwerke verlangen eine hohe Qualifikation), sie werden zu schlecht bezahlt und von skrupellosen Managern ausgebeutet.

Damit geraten sie in emotionale Krisen und sind eher anfällig für Suchtmittel. Vielleicht denken diese Menschen auch etwas zu wenig über den Zusammenhang von Rauchen und Gesundheit nach. Das ist allerdings bei den schon längerwährenden Aufklärungskampagnen eine umstrittene These.

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Das Rauchen in der Familie

Nach Studien des DKFZ (Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg) rauchen leider Eltern häufiger als Paare ohne Kind. Zwei Drittel der Kinder zwischen sechs und 13 Jahren leben in einem Raucherhaushalt. Das verstärkt ihr Risiko, selbst zu Rauchern zu werden.

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Generell gibt es einen sozialen Gruppendruck beim Rauchverhalten, den die Tabakwerbung unterstützt. Sie versucht, Rauchen mit Kommunikation, Geselligkeit und Entspannung zu assoziieren. Sogar als besonders männlich wurde es lange dargestellt (wiederum “Marlboro-Mann”), was das heroisierte Bild des Mannes unterstrich, der seinen eigenen destruktiven Tendenzen trotzt und am Ende als Gewinner aus seinen Kämpfen hervorgeht.

In dieses Bild passt auch der ständig alkoholisierte Polizist, der nebenher riskant Auto oder Motorrad fährt und dennoch die Verbrecher zur Strecke bringt. Auch Rockmusiker protzen mit ihrem Drogenkonsum und präsentieren sich auf der Bühne als exzessbeladene Helden ganzer Generationen. Diese Bilder sind reine Klischees.

Sowohl bei der Verbrecherjagd als auch in der Musik benötigt man in Wahrheit einen klaren Kopf und gute Nerven. In Kriegen sterben manchmal Soldaten, weil sie auf ihrem vorgeschobenen Posten dem Drang zu rauchen nicht widerstehen können und dem Feind durch den Geruch des Zigarettenqualms ihren Standort verraten.

Ein betrunkener und rauchender Polizist kann keinesfalls Auto wie ein Stuntmen fahren. Ein ständig unter Drogen stehender Musiker verstirbt manchmal in sehr jungen Jahren, nachdem sich seine Fans von ihm abgewandt haben. Das jüngste Opfer war Amy Winehouse.

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