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Rauchfrei werden mithilfe einer Spritze?

Die Rauchfrei-Spritze ist eine von mehreren Methoden, um mit dem Rauchen aufzuhören. Sie enthält meistens Nikotin als Ersatzstoff und homöopathische Mittel. Im Rahmen einer gesamten Nichtrauchertherapie inklusive Nichtraucherseminar können einige Krankenkassen die Kosten wenigstens teilweise übernehmen. Das muss der Patient jedoch bei seiner Kasse individuell erfragen.

Allgemeines zur Rauchfrei-Spritze

Die Spritze gegen Rauchen wurde schon vor Jahrzehnten in Frankreich entwickelt, in Deutschland bietet unter anderem der Arzt Johann Kees das Verfahren auch über Franchise-Nehmer an. Die Inhaltsstoffe hält er geheim, es wird lediglich publiziert, dass es sich um homöopathische Mittel handelt. Einige Autoren vermuten, dass auch Nikotin als Ersatzstoff – wie in Nikotinpflastern, -kaugummis und -lutschtabletten – enthalten ist, was legitim wäre.

Die Erfolgsquote soll sehr hoch sein, unmittelbar nach der Therapie hören bis zu 80 % der TeilnehmerInnen nach den Angaben von Kees und seinen Mitstreitern mit dem Rauchen auf.

Allerdings geht aus Erfahrungsberichten auch eine vergleichsweise hohe Rückfallquote hervor, die wiederum nicht durch Studien belegt ist (ebenso wenig wie die Erfolgsquote).

Die Nichtraucher Spritze ist ein Medikament, welches die Nebenwirkungen des Zigaretten Entzuges mindern soll.

Johann Kees hat das französische Verfahren zunächst übernommen und dann weiterentwickelt. Er hält die Rezeptur geheim, um sich vor Nachahmern zu schützen. Nach seinen Publikationen ist die Rauchfrei-Spritze nebenwirkungsfrei. Dennoch wird auf mögliche allergische Reaktionen auf einen Inhaltsstoff verwiesen, was bei homöopathischen Mitteln generell der Fall sein kann und zu den üblichen Warnhinweisen gehört.

Das Verfahren der Spritze gegen Rauchen gehört zur sogenannten Mesotherapie, also einem Spritzen in mittlere Hautschichten (meso = mittel). Das Spritzen erfolgt an vordefinierten Akupunkturpunkten, weshalb ein Akupunktureffekt zu vermuten ist.

Bewertungen der Nichtraucherspritze

Die Nichtraucherspritze kann Dich beim Entzug unterstützen. Sie ist jedoch auf keinen Fall eine sofortige Lösung, die dich auf Knopfdruck zum Nichtraucher macht.

Erfahrene Seminarleiter ordnen die Anti Rauch Spritze in die alternativen Methoden wie auch Hypnose und Akupunktur ein, die am besten im Kontext eines Nichtraucherseminars wirken.

Die deutschen Krankenkassen sehen es wohl ähnlich und finanzieren daher teilweise Nichtraucherseminare, zu denen auch eine Raucherentwöhnung Spritze gehört.

Es ist wie immer darauf zu verweisen, dass Nichtrauchen auf Knopfdruck nicht funktioniert, die grundlegende Motivation muss vorhanden sein.

Darauf verweist aber auch Johannes Kees, der in seinen Publikationen ein düsteres Horrorbild vom qualvollen Tod durch Rauchen malt, um neue Kundschaft zu gewinnen. Das ist sehr geschäftstüchtig, allerdings ist Rauchen in der Tat unbestritten schädlich. Tabakwerbung ist wesentlich verwerflicher.

Kurz und bündig:

Zum Nichtraucher werden ist und bleibt Kopfsache, der Entschluss muss gefasst, das Datum des Aufhörens möglichst terminiert sein, dann wird die Rauchfrei-Spritze diesen Entschluss im Kontext eines Nichtraucherseminars vermutlich unterstützen. Verwiesen wird auf die Notwendigkeit, den psychischen Zwang zum Rauchen zu überwinden.

Das ist tatsächlich ein großes Problem, denn die unbestritten starke Sucht nach Nikotin ist nicht der einzige Grund, warum Menschen das Rauchen nicht ohne Weiteres aufgeben. Es hat auch sehr viel mit Pausenritualen, sozialen Kontakten und vermeintlicher Entspannung zu tun.

Einen ähnlichen Effekt hat Alkohol, bei dem es auch Fälle von sehr schwerem Missbrauch, aber eigentlich nur geringer (dementsprechend ärztlich diagnostizierter) körperlicher Abhängigkeit gibt. Ein Problem der Rauchfrei-Spritze ist nun, dass sie suggeriert, man werde automatisch Nichtraucher, denn es handelt sich doch um eine Spritze! Eine Spritze ist in unseren Augen immer ein starkes medizinisches Mittel, stärker noch als eine Tablette und auf jeden Fall stärker als jede Psychotherapie, sie muss daher einfach wirken.

Das ist aber bei jeder Nichtrauchertherapie eine Illusion. Pharmazeutische oder gar homöopathische Mittel können den Prozess nur unterstützen, für einen Automatismus sorgen sie nicht.

Ein weiteres Problem der Spritze ist das Geheimnis um ihre Inhaltsstoffe. Wenn Nikotin als Ersatzstoff enthalten sein sollte, schadet das womöglich der Reputation (jedenfalls in den Augen von Kees), vielleicht ist das der Grund für die Geheimhaltung.

Worauf sollten AnwenderInnen bei einer Rauchfrei-Spritze achten?

Wer mit dieser Methode Nichtraucher werden will, wird sich je nach persönlicher Veranlagung womöglich mehr oder weniger stark für die Rauchfrei-Spritze Inhaltsstoffe interessieren.

Wenn diese nicht publiziert werden, ist anzuraten, den Arzt des Vertrauens zu befragen und sich vielleicht einen Heilpraktiker empfehlen zu lassen, der die Spritze setzt.

Sie fällt wohl unter Akupunktur und darf daher von Heilpraktikern verabreicht werden. Dennoch sollten Patienten auf äußerste Hygiene und eine wirklich vertrauenswürdige Praxis achten, um allen gesundheitlichen Gefahren zu entgehen.

Die Kosten der Rauchfrei-Spritze

Die Kosten einer einzelnen Rauchfrei-Spritze betragen 120€

Gängige Angebote lauten auf 199 Euro für ein Seminar inklusive Rauchfrei-Spritze.

Diese Kosten können in Gruppen mit mehreren Seminarteilnehmern auf unter 180 Euro sinken und werden wie erwähnt im Rahmen dieser Nichtraucherseminare oft von Krankenkassen wenigstens teilweise übernommen.

Wer nur die Rauchfrei-Spritze ohne Seminar möchte, sollte sich auf Kosten um 120 Euro einstellen, die dann die Kasse wahrscheinlich nicht übernimmt.

Erfahrungen mit der Rauchfrei-Spritze

Erfahrungsberichte bezeugen, dass Menschen nach jahrzehntelangen Raucherkarrieren mit der Nichtraucher Spritze tatsächlich zu Nichtrauchern wurden. In einigen Erfahrungsberichten wird übrigens bestätigt, dass auch verabreichende Heilpraktiker erwähnen, dass in der Rauchfrei-Spritze Nikotin als Ersatzstoff enthalten ist. Weitere Erfahrungsberichte benennen folgende Fakten:

  • Das Verlangen nach Nikotin hört auch mit der Nichtraucherspritze nicht vollkommen auf.
  • Es gibt auch mit der Rauchfrei-Spritze Rückfälle.
  • Inwieweit das Verfahren funktioniert, ist vorab schwer zu prognostizieren. Unter identischen Bedingungen – ein rauchendes Ehepaar besucht ein Nichtraucherseminar mit Rauchfrei-Spritze – kann die Therapie bei einem Partner anschlagen, beim anderen nicht.
  • Die Rauchfrei-Spritze dämpft auf jeden Fall die Entzugserscheinungen, eliminiert sie aber entgegen den Erwartungen vieler Anwender nicht völlig.

Fazit zur Rauchfrei-Spritze

Die Nichtraucherspritze funktioniert offenbar mit einer Mischung aus Nikotin als Ersatzstoff, homöopathischen Mitteln zur Entspannung und Akupunktur. Sie wirkt daher an mehreren Stellen und kann den wirklich gewollten Entzug unterstützen. Das Nichtrauchen auf Knopfdruck bewirkt sie aber nicht.


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